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Switzerland's Digital DNA

Die Schweiz ist idealer Standort für digitale Innovationen

Eine Umfrage von Oliver Wyman zeigt die hohe Internetaffinität der Schweizer Bevölkerung. Unternehmen könnten den Standort nutzen, um digitale Innovationen voranzutreiben – wenn es ihnen gelingt, Sicherheitsbedenken abzubauen.

Ein Leben offline? Für viele Schweizer ist das undenkbar. Knapp zwei Drittel der befragten Schweizer können nach eigener Aussage nicht länger als einen Tag ohne Onlinezugang auskommen. Drei Viertel surfen täglich über zwei Stunden ausserhalb der Arbeit. Dies sind Ergebnisse der Studie „Switzerland’s Digital DNA“ von Oliver Wyman, die auf einer repräsentativen Befragung von 2.100 Personen basiert.

Nordal Cavadini
Unternehmen könnten die hohe Internetaffinität der Schweizer noch stärker nutzen, um neue Produkte und Dienstleistungen zu lancieren. Das Land könnte so zum digitalen Innovationslabor in Europa werden.
Nordal Cavadini Partner Oliver Wyman

Als potenzielles Hemmnis auf dem Weg der Schweiz zum digitalen Innovationslabor sehen die Studienautoren den noch verbesserungswürdigen Schutz privater Daten. Bereits ein Fünftel der Befragten ist Opfer von Internetkriminalität geworden. 77 Prozent der Befragten befürchten eine wachsende Internetkriminalität und 68 Prozent rufen diesbezüglich nach mehr Regulierung

Grundsätzlich sind die befragten Schweizer der digitalen Technik gegenüber sehr aufgeschlossen: 67 Prozent konstatieren einen positiven Einfluss auf ihr Leben. 74 Prozent erwarten eine Vereinfachung der Arbeit, 57 Prozent rechnen mit neuen Jobs durch die Digitalisierung, abhängig von der jeweiligen Branche. Eine Förderung von Bildung erhoffen 66 Prozent, 58 Prozent sehen positive Effekte für die Gesundheit voraus. Überwiegend wird das Internet in der Schweiz noch zur Information und zum Austausch genutzt. Persönliche Kommunikation erreicht dabei den höchsten Wert mit 79 Prozent vor Faktenchecks mit 61 Prozent.

Mehrwert für den Kunden durch Unternehmenszusammenarbeit

Für die Unternehmen gehe es nun darum, von den guten Voraussetzungen zu profitieren und mit digitalen Geschäftsmodellen Mehrwert für ihre Kunden zu erzeugen. Aber es besteht Nachholbedarf beim digitalen Angebot, insbesondere ausserhalb der klassischen Onlineplattformen. Die Oliver Wyman-Experten erwarten neue Allianzen – auch zwischen heutigen Wettbewerbern.

Nordal Cavadini
Unkonventionelle Partnerschaften werden im digitalen Zeitalter häufiger das Licht sehen. Es wäre nicht erstaunlich wenn Unternehmen aus der Industrie oder dem Dienstleistungssektor mit öffentlichen Einrichtungen kooperieren.
Nordal Cavadini Partner Oliver Wyman

Fast drei Viertel der Befragten geben aktuell nur ungern persönliche Daten weiter. Starke Unterschiede offenbaren sich bei der Frage, wem die Schweizer persönliche Informationen anvertrauen. Technologiefirmen und Onlinehändler schneiden am schlechtesten ab: Nur 26 Prozent der Befragten gaben an, Vertrauen bei der Datenweitergabe an Technologiefirmen zu haben, bei Onlinehändlern sind es 27 Prozent. Zum Vergleich: Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen kommen auf 64 Prozent, Banken auf 62 Prozent und auch Universitäten, Hochschulen sowie Forschungsinstitute liegen mit 55 Prozent weit vorne.

Joris D’Incà
Nur gemeinsam kann man mehr Glaubwürdigkeit erreichen. Kantone, Städte und Unternehmen sind dabei in der Pflicht, für klare Datenschutz-Richtlinien zu sorgen. Wenn sie beim Thema Vertrauensdefizit nicht handeln, könnte das zukünftiges Wachstum gefährden.
Joris D’Incà Schweizchef Oliver Wyman

Daten gegen günstigere Preise

Insgesamt sind sich die Schweizer beim Umgang mit persönlichen Daten der Risiken bewusst. Beispiel Geotagging: 92 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass Smartphones Aufenthaltsorte speichern und wiedergeben können. 79 Prozent äussern die Ansicht, dass die Regierung relativ leicht den Internetverlauf nachverfolgen und die meisten persönlichen Informationen sowie Gesundheits- und Finanzdaten abfragen könne. Aber: 78 Prozent assoziieren Digitalisierung mit günstigeren Endpreisen.

Nordal Cavadini
„Die Schweizer nehmen es in Kauf, dass persönliche Daten gesammelt werden. Sie begrüssen es, dafür bessere Preise oder personalisierte Dienstleistungen zu bekommen.“
Nordal Cavadini Partner Oliver Wyman

Über die Studie

Für die Studie „Switzerland’s Digital DNA“ befragte Oliver Wyman im Februar 2017 über 2.100 Schweizer (Internetnutzer und Offliner) in den beiden grossen Landessprachen Deutsch und Französisch hinsichtlich ihrer Einstellung zum Thema Digitalisierung. Befragt wurden sie unter anderem zu den Themen Internetznutzung, Hoffnungen und Ängste, Vertrauen sowie zukünftige Veränderungen.