Revival des Internet zu Hause

München, 11. Dezember 2020 – COVID-19 hat die Relevanz von leistungsfähigem Breitband-Internet zu Hause deutlich verstärkt. Der neue Mobilfunkstandard 5G hingegen stößt noch auf überschaubares Interesse seitens der Konsumenten. Das zeigt eine aktuelle Oliver Wyman-Konsumentenbefragung zur Telekommunikation während COVID-19. Telekommunikations-anbieter müssen eine gute Verbindungsqualität sicherstellen, ihren Kunden die Vorteile der 5G-Technologie näher bringen und der Verschiebung der Vertriebs- und Beratungskanäle in Richtung Callcenter Rechnung tragen.

Mit Homeoffice, TV-Streaming und E-Commerce verändert sich auch die Einstellung der Konsumenten zur Telekommunikation: Für 27 Prozent der Deutschen hat die Pandemie dazu geführt, dass ihr Telekommunikationsdienst wichtiger geworden ist. Insbesondere das Internet zu Hause gewinnt an Bedeutung: Für die Hälfte der Befragten ist es relevanter als die Mobilfunkverbindung, nur 17 Prozent finden ihre Mobilfunkverbindung wichtiger.

„Die COVID-19-Krise hat dazu geführt, dass die Verbraucher stärker auf Telekommunikationsdienste angewiesen sind, vor allem da das Arbeiten von zu Hause zu einem neuen Standard geworden ist“, sagt Martin Reitenspieß, Partner und Telekommunikationsexperte bei Oliver Wyman.

Wenig Begeisterung für 5G

Der Mobilfunkstandard 5G hingegen stößt bisher auf verhaltenes Interesse in der Bevölkerung. Über die Hälfte der Befragten gab an, entweder uninteressiert oder skeptisch gegenüber der Technologie zu sein, von der erwartet wird, dass sie eine neue Palette von Diensten ermöglichen wird.

Auch bei der Frage nach der Wechselbereitschaft auf ein rein mobiles Angebot zeigen sich die Deutschen vorsichtig: 43 Prozent der Befragten sind nicht bereit, zu einem 5G-Angebot zu wechseln und ausschließlich mobiles Internet zu nutzen – auch wenn damit alle Dienste zu Hause abgedeckt werden könnten. Aber immerhin 13 Prozent sind eigenen Angaben zufolge wechselbereit, was eine Abmeldung des klassischen Telefonanschlusses zur Folge hätte.

„Die Relevanz von 5G ist noch nicht bei allen durchgedrungen. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Gleichgültigen und die Skeptiker von den Vorteilen von 5G wie höheren Bandbreiten und Geschwindigkeiten sowie neuen Diensten zu überzeugen“, sagt Reitenspieß. Die höheren Bandbreiten werden sowohl durch ein deutlich breiteres verfügbares Spektrum als auch eine höhere Spektraleffizienz ermöglicht. Neue Dienste könnten beispielsweise Virtual Reality-Anwendungen mit speziellen Brillen, neue Spiele und E-Sports, Life-Events oder auch Social Virtual Reality-Applikationen sein. Die Bedingungen dafür sind in Deutschland zumindest besser als im internationalen Ländervergleich: Immerhin ein Drittel der Befragten in Deutschland gab an, sich auf 5G zu freuen.

Große Erwartungen liegen auf dem iPhone 12, das seit Kurzem auch in Deutschland verfügbar ist und mit der 5G-Technologie ausgestattet ist. Das könnte zu einem Schub und zunehmender Akzeptanz der Technologie führen, ähnlich wie bei der Einführung von mobilen Daten.

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Über ein Fünftel der in Deutschland Befragten signalisierten Bereitschaft, ein Preispremium von
20 Prozent für eine schnellere Internetverbindung zu Hause zu bezahlen, 18 Prozent würden mehr für unbegrenzte mobile Daten ausgeben. Etwa 17 Prozent bekundeten, Cyber Security-Angebote seien ihnen einen 20-prozentigen Aufpreis wert. Dieser Wert ist in Deutschland deutlich höher als in den anderen befragten Ländern. „Hier wurde bisher nicht viel getan und die Anbieter müssen den Konsumenten gute und preiswerte netzbasierte Lösungen für Cyber Security bereitstellen“, sagt Felix Iblher, Partner und Telekommunikationsexperte bei Oliver Wyman. Andere Länder wie beispielsweise Italien sind hier deutlich weiter.

Die Präferenzen der Verbraucher in Bezug auf die Vertriebskanäle zum Kauf von Telekommunikationsdiensten haben sich während COVID-19 im Durchschnitt nur um einen beziehungsweise zwei Prozentpunkte von den traditionellen Kanälen (Geschäfte und Callcenter) zu den digitalen Kanälen (E-Mail, Web und Apps) verschoben. Im Kundenservice hingegen fand eine massive Verschiebung des Beratungsvolumens von Shops zu Callcentern statt. „Das Callcenter ist nicht tot“, sagt Iblher. „Persönliche Beratung ist gerade in COVID-19-Zeiten wichtig.“ Einige der Telekomanbieter setzen nun Mitarbeiter von Shops mit niedriger Besucherfrequenz im Telesales ein. „Die Wette, dass COVID die Digitalkanäle pusht, scheint zumindest gemäß dieser Befragung nicht ganz aufzugehen“, sagt Reitenspieß.

Über die Befragung:

Oliver Wyman hat im Zeitraum 8. bis 25. Oktober 2020 insgesamt 6.020 Konsumenten in Deutschland, Frankreich, Spanien, UK, den USA, sowie den Vereinten Arabischen Emiraten zu ihren Einstellungen zu Telekommunikationsunternehmen befragt, darunter 1.000 in Deutschland. Die Befragung fand online statt.

 

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