Grüne Welle für den Maschinenbau

14.07.2020

München – Auch wenn der Maschinenbau bisher nicht im Zentrum der Diskussionen um eine CO2-neutrale Wirtschaft stand: Er hat Potenzial, anderen Sektoren durch innovative Technologien zu enormen CO2-Einsparungen zu verhelfen. Eine aktuelle Analyse von Oliver Wyman zeigt: 70 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen können durch den Maschinenbau beeinflusst werden. Es besteht bis 2050 ein Umsatzpotenzial von über einer Billion Euro, um das sich die Maschinenbauer jetzt kümmern sollten.
 

Unmittelbar ist der Maschinenbau für nur ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich – etwa durch den Wärme- und Stromverbrauch bei der Fertigung von Maschinen. Ungleich größer ist jedoch das Potenzial, anderen Sektoren wie etwa der Stahlverarbeitung oder der Zementbranche durch die Bereitstellung innovativer Technologien zu CO2-Einsparungen zu verhelfen: Fast 70 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen können durch den Maschinenbausektor beeinflusst werden. Das zeigt eine Analyse der Strategieberatung Oliver Wyman.
 

„Ein großer Teil der heutigen Emissionen könnte durch innovative Maschinen und Anlagen reduziert werden“, sagt Daniel Kronenwett, Partner bei Oliver Wyman. „Ersetzen Stahlhersteller zukünftig beispielsweise Koksöfen durch Wasserstofftechnologie oder Fabriken extern bezogenen Kohlestrom durch dezentrale Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien, ist das ein enormer Hebel.“
 

Billionenpotenzial für den Maschinenbau

Für die Maschinenbauer stellen nachhaltige Technologien ein großes Potenzial dar. Der Green Deal der EU sieht vor, dass die Wirtschaft bis 2050 klimaneutral ist. Dafür müssen laut Berechnungen von Oliver Wyman und dem Carbon Disclosure Project (CDP) jährlich über 120 Milliarden Euro investiert werden, davon der größte Teil in grüne Technologien und Equipment – hochgerechnet auf das Jahr 2050 sind das mehr als eine Billion Euro. Diese Technologie-Investitionen dürften durch die Budgets und Finanzierungshilfen des EU Green Deals direkt durch die EU und die Länder befeuert werden, aber auch durch den Privatsektor: „Die großen Asset Manager passen ihre Investmentkriterien zunehmend auf kohlenstoffarme und grüne Technologien an“, weiß Kronenwett. „Um von dem Potenzial zukünftig zu profitieren, sollten Maschinenbauer jetzt in ein nachhaltiges Technologie-Portfolio investieren.“

Die Berater zeigen drei mögliche Handlungspfade für Maschinenbauer auf: Erstens, die weitere Erhöhung der Energieeffizienz des vorhandenen Maschinenportfolios, unter anderem auch mit Hilfe des Industrial Internet of Things (IIoT) und von Software. Zweitens, Investitionen in Brückentechnologien zur Abscheidung, Speicherung oder Weiterverarbeitung von vorhandenem CO2. Und drittens, der Ausbau vielversprechender Durchbruch-Technologien zur Vermeidung von CO2 wie der industriellen Wasserstofftechnologie. „Die erst kürzlich verabschiedete nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung dürfte dem Thema einen weiteren Impuls nach vorn geben“, so Kronenwett.
 

Jetzt den Grundstein legen

Laut Wolfgang Krenz, Partner und Leiter des Beratungsbereichs Maschinenbau bei Oliver Wyman, ist der Green Deal der EU nur der Anfang: „Der Klimawandel macht nicht vor Ländergrenzen halt“. Er rechnet damit, dass nach Europa auch die noch viel größeren Emittenten USA und China mit Investitionsanreizen aufwarten werden. „Auch wenn die gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den globalen Einsatz grüner Technologien in USA und China kurzfristig erschweren, werden sich langfristig in diesen Märkten große Chancen für die dann technologieführenden Europäer ergeben“, so Krenz.

Dazu gelte es, eine Strategie für das zukünftige nachhaltige Technologie- und Produktportfolio zu entwickeln, Partnerschaften zu schmieden und Zugang zu Fördertöpfen und Finanzierung zu entwickeln.

Die aktuelle COVID-19 Pandemie hat die Aufmerksamkeit der Unternehmen auf kurzfristiges Krisen- und Kostenmanagement gelenkt. Nach vorne gerichtet könnten der Handlungsbedarf und die Bedeutung einer grünen Strategie für Maschinenbauer nun jedoch beschleunigt werden, denn Staatshilfen werden im Rahmen der Krisenbewältigung häufig an Zukunftstechnologien geknüpft.

Auch wenn ein auf die CO2-Reduktion in den anliegenden Branchen ausgerichtetes Produktportfolio für Maschinenbauer das größte Umsatz- und Differenzierungspotenzial darstellt, gilt es auch das eigene Unternehmen in den Blick zu nehmen, so Kronenwett: „Damit die Produkte glaubwürdig an den Kunden gelangen, müssen die Maschinenbauer auch die interne Dekarbonisierung im Auge behalten.“ Hier gibt es noch Handlungsbedarf: So haben weniger als die Hälfte der führenden Maschinenbauunternehmen in Europa klare CO2-Ziele kommuniziert.
 

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