Funktionale Expertise

Global Risk Center

Das Global Risk Center ist das Research-Institut von Marsh & McLennan. Seine Aufgabe ist die immer komplexeren Risiken analysiert, die Branchen, Regierungen und Gesellschaften grundlegend verändern. Das Global Risk Center unterstützt Entscheider beim Risikomanagement mit Forschungsarbeiten und -ergebnissen, die den streng analytischen Ansatz von Marsh & McLennan mit den Ergebnissen unserer Forschungspartner verknüpfen.

Forschungspartnerschaften

Das Global Risk Center leitet Studien und kooperiert weltweit mit führenden Verbänden, nichtstaatlichen Organisationen und akademischen Institutionen. Die Untersuchungen konzentrieren sich auf Risiken, die mehrere Branchen und Länder betreffen. Aktuell gibt es eine Zusammenarbeit mit den Institutionen:

  • Association for Financial Professionals
  • Internationaler Risikorat
  • National Association of Corporate Directors
  • Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Wharton Risk Management and Decision Processes Center
  • Weltenergierat
  • Weltwirtschaftsforum

Die Studien und Forschungsarbeiten des Global Risk Centers untersuchen vier große Themenbereiche, um einen produktiven Dialog zum Thema Risiko zwischen Politikern, Vorständen, CEOs und anderen Führungskräften zu fördern.

 

 

Entscheidungsfindung

Verbesserung risikobasierter Entscheidungsfindung in Unternehmen

Unternehmensführer sehen sich einem zunehmend komplexen und volatilen Geschäftsumfeld gegenüber. Sie müssen analytische Fähigkeiten und Instrumente entwickeln, um Auswirkungen eines komplizierten Risikoportfolios auf die Unternehmensleistung abschätzen zu können.

Risiken in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, ist nicht nur eine Compliance-Übung. Hierbei handelt es sich um einen wesentlichen Treiber des Unternehmenserfolgs. Unternehmen, die erfolgreich Daten zu Risiken in ihre Entscheidungen integrieren, verfügen über einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten – gerade in einem Umfeld, das zunehmend von globaler Rezession, Politikänderungen, Schwankungen der Rohstoffpreise und instabilen Finanzmärkten geprägt ist. 

Emerging Risks

Bewertung von unerwartet auftretenden Risiken sowie bekannten Risiken in neuen Situationen

Die Häufigkeit und Schwere von Emerging Risks – neu auftretenden Risiken wie extremen Wetterereignissen, geopolitischen Konflikten und Finanzkrisen – nimmt zu. Sogenannte Emerging Risks werden durch unerwartete Ereignisse wie einem Vulkanausbruch oder durch bekannte Risiken in neuen Situationen ausgelöst wie faule Hypothekenkredite, die eine Wirtschaftskrise auslösten.

Emerging Risks führen zu Gewinnschwankungen von Unternehmen. In allen Branchen und Regionen bedrohen diese Risiken die Lieferketten, beeinflussen Rohstoffpreise und die Sicherheit entscheidender Brancheninformationen. Tatsächlich verändern sie die Grundlage vieler Geschäftsmodelle, während ihnen wenig oder keine Aufmerksamkeit in Aufsichtsräten oder Unternehmensleitungen gewidmet wird. 

Unternehmen müssen sich auf eine neue Realität einstellen, in der sich Emerging Risks zunehmend auf Gewinne und langfristige Strategien auswirken. Organisationen müssen dringend ihre Fähigkeit verbessern, diese Risiken zu identifizieren, zu bewerten und auf sie zu reagieren – andernfalls können solche Risiken rasch zu ernsthaften Krisen auswachsen. Wer über solche Fähigkeiten verfügt, besitzt einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber weniger gut vorbereiteten Wettbewerbern.

Das Global Risk Center nimmt an zwei jährlichen Projekten zu Emerging Risks teil:

  • Der jährliche „Global Risks Report“ wurde in Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum und weiteren Partnern entwickelt und gibt eine Risikoprognose für einen Zeitraum von zehn Jahren. 
     
  • Der „Emerging Risk Survey“ entsteht regelmäßig in Kooperation mit der Financial Times. Die Studie bündelt die Einschätzung von Managern weltweit zu Emerging Risks und den Auswirkungen in den nächsten 18 bis 36 Monaten.

Multinational Risk Governance

Stärkung nationaler und internationaler Risikomanagementbemühungen

Die Verbesserung der nationalen und internationalen Risk Governance – also die Risikobeherrschung – kann entscheidend dazu beitragen, die komplizierten und weltweit miteinander verbundenen Risiken zu entschärfen. Dass es an globaler Steuerung fehlt, ist laut dem jährlichen „Global Risks Report“ des Weltwirtschaftsforums ein zentrales globales Risiko. Dennoch ringen viele nationale und internationale Institutionen um effektive Mechanismen und Rahmenkonzepte.

Die Häufigkeit von Extremereignissen  – sogenannte Fat Tails, die einmal in 10.000 Jahren vorkommen – scheint zuzunehmen. Gleichzeitig schreitet die Globalisierung voran, und die Auswirkungen "schleichender Risiken“ wie die Klimaerwärmung werden anerkannt. So rückt die Notwendigkeit von Risikosteuerung zunehmend in das Bewusstsein von Staaten und internationalen Organisationen. Sie suchen nach Beispielen für einen "Allrisiko-Ansatz", der alle Risikoquellen einschließt, auch Naturkatastrophen, größere Unfälle, Terrorismus oder Ereignisse wie eine Grippewelle.

Rofstoffsicherheit

Risiken in den Bereichen Energie, Nahrungsmittel und Wasser sind immer stärker miteinander verknüpft und entwickeln sich schnell zu langfristigen Hindernissen für Wirtschaftswachstum und soziale Stabilität.

Die weltweite Nachfrage nach natürlichen Ressourcen und anderen Rohstoffe erreicht ein noch nie dagewesenes Niveau: Die Weltbevölkerung wächst von heute sechs Milliarden Menschen auf voraussichtlich neun Milliarden Menschen im Jahr 2050. Steigende Lebensstandards in Schwellenländern zehren zusätzlich an den Rohstoffvorräten und tragen so zu stärkeren Rohstoffpreisschwankungen bei. Diese Volatilität führt zu neuen finanziellen und sozialen Problemen, die Unternehmen, Regierungen und Verbraucher schwer steuern können.

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