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Recession Heatmap 2022

Die Oliver Wyman Recession Heatmap wurde erstmals Anfang 2019 veröffentlicht, hat die 2019er Rezession verlässlich vorhergesagt und erhielt ihre letzte Aktualisierung im Juni 2022. Sie hilft Industrieunternehmen dabei, die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in ihrem jeweiligen Sektor einzuschätzen. Die Heatmap zeigt die Indikatoren und die wirtschaftliche Situation der verschiedenen Industriegütersegmente in Deutschland und in der EU und hat das Potenzial, eine sich abzeichnende Rezession bereits drei bis vier Quartale vor deren Eintreten anzuzeigen, wie ein Backtesting der Rezession aus 2008 gezeigt hat.

Zwar erholte sich der Leitindikator der Oliver Wyman Recession-Heatmap im Jahr 2021 zusehends, doch anhaltende Probleme der Lieferketten, die wirtschaftliche Abkühlung in China, sowie der Krieg in der Ukraine sorgen vermehrt für Unruhe in der Branche. Trotz einer Allgemeinen Erholung sind Unternehmen vielerorts noch immer von der Pandemie gezeichnet, und das Geschäftsniveau liegt insgesamt noch unter dem Höchststand von 2018. Einige Teilsektoren liegen mehr als 20 % unter dem Vorkrisenniveau und stehen vor zusätzlichen strukturellen Herausforderungen. Folglich steigt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession, wie unser Leitindikator zeigt.

Klicken Sie durch die Recession Heatmap, um die Indikatoren und die wirtschaftliche Situation der verschiedenen Maschinenbausegmente in Deutschland und in der EU von 2006 bis heute zu sehen. Werfen Sie gerne erneut einen Blick in die Recession Heatmap, sobald die wirtschaftliche Unsicherheit wächst.

Recession Heatmap

Industrial Goods

Geography
Germany
EU
Segment
Scale
Safe Critical

Last Recession Today
Time
2006
2007
2008
2009
2010

Eine neue Art von Krise für die Industriegüterbranche

Während frühere Rezessionen hauptsächlich nachfragegetrieben waren, sehen wir bei der nächsten Rezession eine Supply-getriebene Entwicklung. Als zentrale Treiber hierfür sehen wir gravierende Engpässe bei der Materialversorgung aufgrund des schleppenden Wiederanlaufs nach COVID, erneute Lockdowns in China sowie stark steigende Kosten. Auch Kostensteigerungen sind zunächst zwar auf die Versorgungsengpässe zurückzuführen, erschwerend kommen nun aber auch noch die aufgrund des Ukrainekriegs gestiegenen Energiekosten und die hohe allgemeine Inflation hinzu. Infolgedessen steuert der Sektor trotz eines Allzeithochs bei den Auftragsbeständen in einen Abschwung, der sich bereits in einem Produktionsrückgang ablesen lässt.

Bislang haben die meisten Industrieunternehmen in der Hoffnung auf ein schnelles Ende des Ukraine-Kriegs und der Abriegelungen in China eine abwartende Haltung eingenommen. Wir empfehlen Unternehmen sich auf zwei Ebenen vorzubereiten: Zum einen muss die Finanzierung eines ungewöhnlich hohen Betriebskapitals sicher gestellt werden. Zum anderen sollten Unternehmen ihre Lieferketten überprüfen und umgestalten, um die Widerstandsfähigkeit gegen Versorgungsschocks wie den aktuellen in Zukunft zu erhöhen. 

 

Wolfgang Krenz, Partner Oliver Wyman, erläutert im Gespräch mit der Fachzeitschrift PRODUKTION wie Unternehmen als Gewinner aus einer Rezession hervorgehen können.