Deutschland: Chancenland

Eine Strategie für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg
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Wo kann Deutschlands nächstes Wachstum entstehen? Dieser Frage geht die gemeinsam von Oliver Wyman und dem Handelsblatt Research Institute erstellte Studie "Deutschland: Chancenland - Eine Strategie für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg" nach.

Die zentrale Erkenntnis: Deutschland muss nicht versuchen, andere Volkswirtschaften zu kopieren. Besondere Wachstumschancen entstehen dort, wo neue Technologien auf Stärken treffen, die bereits vorhanden sind – industrielle Erfahrung, Prozesswissen, Forschung, Infrastruktur und starke Anwenderindustrien. Die Studie untersucht nach diesem Prinzip acht Wachstumsfelder: Industrial und Physical AI, Halbleiter und Photonik, Automobilindustrie und Mobilität, Pharma und Biotech, Klimaschutz und Energie, Verteidigung und Sicherheit sowie Grundstoffindustrie und Kreislaufwirtschaft.

Wie konkret diese Logik bereits heute ist, zeigen die verschiedenen Regionen: In Sachsen wird jeder dritte in Europa gefertigte Chip produziert. Im Norden kann das wachsende Angebot erneuerbarer Energie zum Standortvorteil für Rechenzentren, Elektrolyseure und andere neue Industrien werden. Und in zahlreichen Regionen entstehen Cluster, in denen etablierte Unternehmen, Start-ups, Wissenschaft und Kapital zusammenkommen.

Für Unternehmen ergibt sich daraus eine doppelte Aufgabe: bestehende industrielle Prozesse schneller modernisieren und Innovationen konsequenter in marktfähige Produkte und skalierbare Geschäftsmodelle übersetzen. Dafür braucht es stärkere Kooperationen zwischen Start-ups, Mittelstand, Großunternehmen und Forschung sowie ein Umfeld, das Skalierung ermöglicht.

Auch die Rahmenbedingungen müssen sich verändern. Die Studie identifiziert sechs zentrale Handlungsfelder: einen leistungsfähigen Staat, wettbewerbsfähige Energiepreise und Versorgungssicherheit, bessere Investitions- und Skalierungsfinanzierung, Fachkräfte und höhere Erwerbsbeteiligung, ein leistungsfähigeres Innovationssystem sowie einen tieferen europäischen Binnenmarkt.

Deutschland verfügt über industrielle Substanz, technologische Kompetenz, Kapital und Talente. Entscheidend ist, diese Stärken schneller miteinander zu verbinden und aus ihnen neue Wertschöpfung zu schaffen. Die Studie zeigt, wo dafür die größten Chancen liegen – und was Unternehmen, Politik und Gesellschaft tun müssen, um sie zu nutzen.

Author

Dr. Claus Herbolzheimer, Lukas Hamberger, Thomas Kautzsch, Dr. Michael F. Wagner, Dr. Andreas Pradler, Dr. Marcel Allscher, Dennis Manteuffel, Simon Schnurrer, Thomas Schiel, Dr. Oliver Eitelwein, Maximilian C. Epping, Damien Polis, Ann-Katrin Balzereit, Dr. Nils Naujok, Iris Herrmann, Holger Stamm, Stephan Struwe, Dominik Weh, Dr. Johanna Grosse-Rueschkamp, Marc Zimmerlin, Dr. René Fischer, Philipp Mettenheimer, Magnus Burkl, Fabian Brandt, Benedikt Schmaus, Veit Schwinkendorf, Dr. Davina Lermer-Spitzweg, Felix Wilker, Jonas Neber